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Studie: Haben Beamte bessere Versorgung im Alter?
Samstag, 13. Februar 2010

Kontroverse Meinungen zur Altersversorgung

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat im Februar 2010 Zahlen veröffentlicht, die wieder einmal denen Recht zu geben scheinen, die die Beamten für überversorgt halten. Glaubt man den nackten Zahlen, so muss man davon ausgehen, dass ein deutscher Beamter mehr als den doppelten Betrag an monatlichen Altersbezügen bekommt, die dies ein durchschnittlicher Arbeiter oder Angestellter erwarten darf.
Mit Nichten: Denn in der Studie wird auf wichtige Details verzichtet…


Ein eklatanter Unterschied zwischen Beamten und Arbeitnehmern besteht darin, dass ein in der freien Wirtschaft Beschäftigter seine Rentenansprüche über den gesamten Zeitraum der Erwerbstätigkeit hinweg in Abhängigkeit von seinem jeweiligen Einkommen erhält. Sie werden dem Rentenkonto in Form von so genannten Entgeltpunkten gutgeschrieben. Einem Entgeltpunkt wird ein einheitlicher Wert zugeordnet, wobei Rentner, die ihre Ansprüche zu Zeiten und auf dem Gebiet der ehemaligen DDR erworben haben, noch von einem für sie günstigen Zurechnungsfaktor profitieren. Anders ist das bei den Beamten. Hier wird für die Berechnung der Pension nur das durchschnittliche Einkommen der letzten beiden Jahre zugrunde gelegt. Das fällt auf Grund der tarifrechtlichen Regelungen entsprechend hoch aus.


Doch noch ein zweiter wichtiger Faktor sorgt für diese erhebliche statistische Differenz. Bei den derzeitigen und künftigen Rentenbeziehern macht sich auch die hohe Arbeitslosenquote bemerkbar. Wer über lange Jahre auf Hartz IV angewiesen ist, kann natürlich keine hohen Rentenansprüche erwerben. Unter den Beamten findet man solche „Durchschnittsdrücker“ natürlich nicht, weil sie den Status der Unkündbarkeit haben, so lange sie sich keine gravierenden vorsätzlichen Fehler leisten. Hinzu kommt, dass bei den Beamten auf die Pension immer das volle Einkommen auf die Pensionsansprüche angerechnet wird, es bei den gesetzlichen Rentenkassen eine Beitragsobergrenze gibt, ab der das übersteigende Einkommen keine Berücksichtigung bei der Rente mehr gibt.


Die Studie beschäftigt sich mit den Zahlen für heutige Pensionäre. Diese kamen alle in den Genuss hoher Gehälter in rosigeren Zeiten. Nicht berücksichtigt wird in der Studie, dass Beamte in den letzten Jahren deutliche Einkommensverluste hinnehmen mussten. Auch bei den Beamten kommt an, das der Staat sparen muss. Erhöhung der Arbeitszeit (42 Stunden Woche) und Kürzungen bei Extraleistungen wie z.B. dem Weihnachtsgeld führen dazu das zukünftige Pensionäre sehr viel weniger Geld im Alter zur Verfügung haben werden als Ihre Kollegen die aktuell in den Ruhestand gehen.


Deutscher Beamtenbund kritisiert Studie


Herbe Kritik an diesen Berechnungen gibt es vom Deutschen Beamtenbund. Von dessen Führungsspitzen wird ins Feld geführt, dass die Arbeiter und Angestellten noch zusätzliche Altersbezüge aus der betrieblichen Altersvorsorge erhalten würden. Man rechnet dort einfach pauschal noch einmal einen Durchschnitt pro Monat und Rentner 400 Euro drauf, ohne zu beachten, dass nicht jeder Angestellte das Privileg einer betrieblichen Altersvorsorge hat.


Als zweites Argument zur Begründung dieser Unterschiede führt der Deutsche Beamtenbund ins Feld, dass die Pensionen der Beamten künftig höher besteuert werden würden, als das bei den Altersbezügen aus der gesetzlichen Rentenversicherung und der betrieblichen Altersvorsorge der Fall ist. Außerdem gibt man zu bedenken, dass die Beamten ja auch schon Einschränkungen hinnehmen müssten. Das würde bereits beim Beginn des Pensionsalters anfangen, das man dem der gesetzlichen Rente gleich gestellt hätte. Weiterhin hätten die Beamten auch Kürzungen ihrer Pensionen in Höhe von vier Prozent hinzunehmen und müssten die Beiträge zur Krankenversicherung von ihrer Pension bezahlen, während die Bezieher von gesetzlichen Renten nur den Arbeitnehmeranteil an der Krankenversicherung zu tragen hätten.


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Kommentare (1)Add Comment
0
Wahrheit
geschrieben von der alte rutzer, Februar 13, 2010
Endlich mal ein Artikel der es zeigt das auch die Beamten nicht wie die Made im Speck leben. Es wird immer nur auf die Beamten geschimpft. Keiner erwähnt das wir Staatsdiener immer mehr arbeiten müssen für weniger Geld. so wie jeder eben.

Was viele Vergessen wenn auf die Beamten geschimpft wird. Viele Beamte könnten mit ihrer Ausbildung in der Wirtschaft viel mehr Geld verdienen als beim Staat.

Bin seit über 4 Jahrzehnten Beamter und habe etliche Angebote aus der freien Wirtschaft ausgeschlagen bei denen ich hätte das doppelte oder dreifache verdienen können wie beim Staat. Aber ich habe mir eben gesagt, das ich lieber auf das Geld verzichte das ich als Angestellter in der industrie verdienen könnte und bleibe beim Staat. Da habe ich ein sicheres Einkommen und bleibe vor grossen Kürzungen verschont. Pustekuchen: Dafür das ich Beamter geblieben bin darf ich jetzt mit Kürzungen leben und in meinem Alter nochmal 42 Stunden die Woche Buckeln...

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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 13. Februar 2010 )
 
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