Start der Rente mit 67 von Seehofer kritisiert Mit dem Jahreswechsel kamen auch zahlreiche Änderungen. Eine davon ist die stufenweise Einführung der Rente mit 67, die offiziell als „Anhebung der Altersgrenze für die Regelaltersrente“ bezeichnet wird. Pünktlich zum Start der Rente mit 67 gibt es in politischen Kreisen heftigste Kritik, allen voran von Horst Seehofer (CSU). Seehofer fordert eine "breite öffentliche Debatte". Und auch die SPD ist von der neuen Reform wenig begeistert.
Rentenreform von allen Seiten kritisiert Plötzlich hagelt es von überall Kritik, dabei ist die Rente mit 67 schon längst beschlossen. Während Horst Seehofer auf einmal eine "breite öffentliche Debatte" über die Reform fordert, drängt die SPD auf eine Verschiebung. Die Gewerkschaften und Sozialverbände, die von Anfang an gegen dieses Projekt waren, tun ihr Übriges, damit die neue Rentenregelung infrage gestellt wird. Angela Merkel hält an Rente mit 67 fest Trotz heftigster Kritik hält Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Rente mit 67 fest. Allerdings scheint sie die sowieso schon aufgeheizte Stimmung nicht noch unterstützen zu wollen. Denn in ihrer Neujahrsansprache wurde der Start der unpopulären Reform zum 1. Januar 2012 mit keiner Silbe erwähnt. Bundestag stand fast geschlossen hinter Rentenreform Dass es von allen Seiten Kritik gibt, ist neu. Vor fünf Jahren wurde das Vorhaben sogar vom ehemaligen Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) mit den Worten "die Kontur einer verlässlichen Alterssicherung" gelobt. Und auch bei der Abstimmung im Bundestag war man sich ob dieser Entscheidung einig. 2007 verweigerten bei der Abstimmung im Bundestag nur 15 Abgeordnete vom linken SPD-Flügel ihre Zustimmung. Das ändert sich mit der Rentenreform Was bedeutet die Reform für die Beschäftigten? Die Rentenreform hat den Zweck, das Renteneintrittsalter von 65 auf 67 anzuheben. Dabei soll der Abschied vom bisherigen Pensionsalter 65 soll stufenweise durchgeführt werden. Im ersten Schritt müssen alle Arbeitnehmer, die 1947 geboren wurden, einen Monat länger arbeiten, ehe sie 2012 ohne Abschläge in Rente gehen können. Ältere finden keinen Job in Deutschland Wie man das Problem lösen möchte, dass es für ältere Beschäftigte in Deutschland keine Jobs gibt, darüber scheint sich die Politik wenig Gedanken gemacht zu haben. Und das verdeutlichen Gewerkschaften, die Linkspartei und Sozialverbände, welche die Anhebung des Ruhestandalters generell ablehnen. Linken-Chef Klaus Ernst ist der Meinung: "Für 90 Prozent der Beschäftigten ist dies nichts anderes als eine brutale Rentenkürzung." Sozialdemokraten fordern Aussetzung der Reform Zwar stimmt die SPD dieser radikalen Äußerung nicht zu, doch auch die Sozialdemokraten haben sich von Münteferings Ansatz distanziert und fordern eine Aussetzung der Reform, bis die Hälfte der 60- bis 64- Jährigen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgeht. Aktuell liegt dieser Anteil bei 26,4 %. Seehofer fordert öffentliche Debatte Seehofer stellt sich geschlossen hinter die SPD und wettert in der Bild am Sonntag: "Wenn sich das nicht ändert, werden wir über diese Frage eine breite öffentliche Debatte führen müssen. Mit mir ist eine massenhafte Rentenkürzung nicht zu machen." Befürworter der Rente mit 67 halten dieser Aussage die demographische Veränderung entgegen. So ist Münteferings Nachfolgerin Ursula von der Leyen (CDU) der Meinung, es sei schlicht "eine Frage der Gerechtigkeit", dass auch die Älteren etwas länger in die Sozialsysteme einzahlen. Außerdem seien Experten davon überzeugt, dass sich insbesondere im Hinblick auf die geburtenschwachen Jahrgänge die Beschäftigungschancen für Senioren bald verbessern werden. Jens Spahn kritisiert Seehofer Der CDU Gesundheitsexperte Jens Spahn konnte nach der kritischen Äußerung von Seehofer nicht länger still sein und geiferte "Das Infragestellen der Rente mit 67 ist ständig wiederkehrender Sozialpopulismus“. Seiner Meinung nach solle die bürgerliche Koalition nicht „eine der größten Errungenschaften der großen Koalition in Frage stellen."
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