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Max-Planck-Institut: Rente mit 72 würde Rentensystem stützen |
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Dienstag, 14. Februar 2012 |
Max-Planck-Institut: Rente mit 72 würde Rentensystem stützen Die EU-Kommission hat sich jetzt für eine Erhöhung des Pensionsalters ausgesprochen - und das, obwohl viele mit der neuen Regelung der Rente mit 67 nicht einverstanden sind. Allerdings müsste man das Pensionsalter Schritt für Schritt auf 72 Jahre anheben, damit das Rentensystem auch in Zukunft funktioniert. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Max-Planck-Institut in Rostock.
Gestiegenen Lebenserwartung muss angeglichen werden Laut EU-Kommission sollten die europäischen Staaten das Rentenalter erhöhen und mit der gestiegenen Lebenserwartung abgleichen. Außerdem fordert die Kommission, die Möglichkeiten, früher in Rente gehen zu können, zu beschränken. Im Entwurf zu einem so genannten Weißbuch der EU-Kommission, welches diese Woche vorgestellt werden soll, wird dies verdeutlicht.
Renteneintrittsalter sollte 2050 bei 72 liegen Neu ist diese Meldung nicht. Denn bereits vor wenigen Tagen hatte das Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock ein ähnliches Ergebnis geliefert: Die Forscher rechnen damit, dass das Renteneintrittsalter entsprechend der steigenden Lebenserwartung angehoben werden muss. James Vaupel, Direktor des Instituts, sagte der Welt am Sonntag, dass die Deutschen im Jahr 2050 fünf Jahre länger arbeiten müssten, um die Funktion des Rentensystems zu erhalten. Sollte diese Empfehlung umgesetzt werden, dürften die Deutschen erst mit 72 und nicht wie geplant mit 67 Jahren in den Ruhestand gehen.
Schweden: Rente erst mit 75? Noch heftiger als die Deutschen trifft es die schwedischen Bürger. Dort plädiert Ministerpräsident Frederik Reinfeldt sogar für ein Renteneintrittsalter von 75 Jahren. Reinfeldt untermauerte seine Meinung, indem er im Vorfeld einer Konferenz über die Arbeitsmarktchancen älterer Bürger sagte, dass Arbeitgeber eher dazu bereit wären, 55-Jährige einzustellen, wenn diese noch 20 weitere Jahre arbeiten würden. Was mit älteren Menschen passiert, denen es schwer fällt, aufgrund ihrer psychischen oder physischen Verfassung arbeiten zu gehen, auch darauf hat der Ministerpräsident eine Antwort. Wenn es nach ihm ginge, sollen sich diese Menschen einfach eine einfache Tätigkeit suchen anstatt in Frührente zu gehen.
Schweden während sich gegen Vorschlag des späteren Renteneintrittsalters Diese Aussage sorgte in Schweden für Unbehagen und Empörung. Dass die schwedischen Bürger nicht mit der Anhebung des Renteneintrittsalters einverstanden sind, machten sie bei einer Umfrage der Zeitung Aftonbladet deutlich. Rund 90 % aller Teilnehmer lehnen demnach die Rente mit 75 Jahren ab. In Reaktion auf die Kritik seiner Äußerung erklärte Reinfeldt, es sei seine Absicht gewesen, vor der Konferenz eine Diskussion über das Thema zu starten. Allerdings müsse man realistisch bleiben und seine Landsleute müssten sich damit abfinden, dass durch die gestiegenen Lebenserwartung eine längere Arbeitszeit unvermeidlich ist.
Gestiegene Lebenszeit soll in Arbeit investiert werden Zu den Plänen aus Brüssel sagte Wissenschaftler Vaupel, "Die Menschen müssen schlicht einen vernünftigen Teil ihrer Lebenszeit arbeiten". Aktuell arbeiten die Europäer etwa die Hälfte ihres Lebens. Laut Vaupel würde es für die Rentensysteme schon reichen, dieses Verhältnis beizubehalten. Da die Lebenserwartung in Europa von Jahrzehnt zu Jahrzehnt um 2-3 Jahre ansteigt und 2050 bei knapp zehn Jahren mehr liegen wird als heute, ist der weltweit renommierte Demographie-Experte der Meinung "Etwas von dieser geschenkten Zeit werden wir auf die Arbeit verwenden müssen."
Vaupel: Mehr Lebensjahre, aber weniger Wochenstunden arbeiten Wenn es nach Vaupel ginge, sollten die Menschen "mehr Lebensjahre, aber weniger Wochenstunden" arbeiten. So hätten sie in jungen Jahren mehr Zeit für die Familie und belasten im Alter nicht die Pensionskassen. Konkrete Pläne, das Renteneintrittsalter tatsächlich auf 72 Jahre anzuheben, gibt es von politischer Seite noch nicht.
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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 14. April 2012 )
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