Riester-Rente soll Schuld am sinkenden Rentenniveau sein Immer wieder begibt man sich auf die Suche nach einem Schuldigen, wenn etwas nicht klappt. Das ist auch beim sinkenden Rentenniveau der Fall. So hat der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm der Riester-Rente den schwarzen Peter zugeschoben.
Riester-Rente hat staatliche Rente geschmälert Norbert Blüm, der frühere Bundesarbeitsminister, hat den Schuldigen in seinem Nachfolger Walter Riester ausfindig gemacht. Gegenüber der Westdeutschen Zeitung sagte Blüm: "Das ist eine Folge der rot-grünen Rentenreform aus dem Jahr 2001". Eingeführt wurde die Riester-Rente unter der Regierung von Schröder. Damals war sie als Ergänzung zur staatlichen Rente eingeführt worden. Gleichzeitig wurde das Rentenniveau reduziert. "Da wurden der Rentenversicherung 4 % weggenommen und an die Versicherungskonzerne transferiert, um die Riester-Rente zu finanzieren", so Blüm. Seiner Meinung nach sind es genau diese 4 %, die der Rentenkasse nun fehlen, um an Rentner ein angemessenes Niveau bezahlen zu können. Rentenniveau wird bis 2025 um 10 % sinken Zuvor gab es Berichte in der Passauer Neue Presse, dass das Rentenniveau bis zum Jahr 2025 um bis zu 10 % sinken wird. In den Meldungen heißt es, dass das aktuelle Sicherungsniveau bei 50,8 % vor Steuern liege, 2025 aber nur noch bei 45,2 % liegen wird. Diese Berechnung stellte die Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Bundesarbeitsministeriums an. Sicherungsniveau vor Steuern wird rapide sinken Als Sicherungsniveau vor Steuern gilt das Verhältnis zwischen der Rente, welcher ein Durchschnittsverdiener nach 45 Jahren Arbeit erhält, und dem aktuellen Durchschnittseinkommen der Bevölkerung. Laut Angaben geht das Ministerium davon aus, dass sich das Durchschnittseinkommen der deutschen Bundesbürger im laufenden Jahr erhöhen wird. Derzeit liegt es bei 30.268 Euro, im laufenden Jahr soll es 46.700 Euro betragen – was eine ordentliche Differenz und eine Steigerung um 54 % ausmacht. Renten steigen nicht mit Durchschnittseinkommen Im gleichen Zeitraum sollen die Renten aber nur um 34 % steigen. Das Ergebnis davon: Das Rentenniveau sinkt! Doch dieses Problem besteht bereits seit Jahren, wie ein Ministeriumssprecher anmerkte. Demnach seien diese Zahlen keine Überraschung und auch im jüngsten Rentenbericht der Bundesregierung würden sich entsprechende Hinweise finden lassen. Heftige Kritik vom Sozialverband VdK Bereits jetzt gibt es heftige Kritik, was das Sinken des Rentenniveaus anbelangt, nicht zuletzt durch die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher. Sie sprach sich eindeutig gegen die schnelle Absenkung des Rentenniveaus aus und sagte im Hinblick auf die Rentenreformen der Vergangenheit: "Man ist über das Ziel hinausgeschossen. In den vergangenen Jahren gab es vier Nullrunden. Man wollte den Rentenanstieg dämpfen – mit den Nullrunden ist daraus eine Vollbremsung geworden." Löhne und Gehälter laufen Renten davon Außerdem sagte Mascher gegenüber der Passauer Neuen Presse, dass die Löhne und Gehälter den Renten davonlaufen würden. Außerdem beklagte sie sich, dass der zu versteuernde Anteil der Rente für jeden neuen Rentnerjahrgang steigt. "In den letzten zehn Jahren hatten wir auch eine erhebliche Steigerung der Gesundheitskosten durch Praxisgebühr und Zuzahlungen." Mascher ist sich sicher, dass sich die Erwartungen, welche viele mit der privaten Altersvorsorge verknüpft haben, nicht erfüllt haben.
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