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Millionen Euro werden jährlich von Riester-Sparern verschenkt
Mittwoch, 17. November 2010

Deutsche Sparer verschenken Millionen: Dauerzulagenantrag bei Riester-Rente sinnvoll


Wer sich für das Riester-Sparen entscheidet, verfolgt damit das Ziel, staatliche Zulagen beim Sparen zu erhalten. Aber Statistiken zeigen jetzt, dass viele Bundesbürger auf die Finanzhilfe vom Staat verzichten. Grund dafür ist, dass die meisten mit einer Riester-Rente keinen Dauerzulagenantrag stellen und damit knapp eine Milliarde Euro pro Jahr verschenken.




Ohne Zulagenantrag keine staatliche Förderung


Staatliche Leistungen werden von sehr wenigen Menschen in Deutschland in Anspruch genommen. Dies kann aber gerade bei der Riester-Rente äußerst tückisch sein. Wer es versäumt, den Zulagenantrag zu stellen, verzichtet auf die Zuschüsse vom Staat. Der Grund, warum viele Menschen bares Geld verschenken, ist, dass sie sich vor langwierigem Papierkram, nervigen Behördengängen und schwer verständlichen Antragsformularen schützen möchten. Allein im Jahr 2007 ließen sich die Riester-Sparer insgesamt 977 Millionen Euro entgehen, weil sie den für die Zulagen notwendigen Antrag nicht eingereicht haben.



Rund 50 Prozent der Riester-Sparer machen alles richtig


Bernd Raffelhüschen, Professor an der Universität in Freiburg und Autor des "Vorsorgeatlas 2010", weiß, dass gerade einmal die Hälfte der rund 14 Millionen Sparer alles richtig macht. Dabei muss dies nicht sein, denn mit einer einfachen Antragstellung ist es möglich, die staatlichen Zulagen zu erhalten. Aber nicht nur das Versäumen einer Antragstellung, sondern auch die Tatsache, dass viele Sparer den maximal möglichen Eigenbetrag, also die vollen vier Prozent ihres Bruttoeinkommens, nicht in den Riester-Vertrag einzahlen, sorgt jährlich für zahlreiche Verluste.


Sehr häufig vergessen wird die Antragstellung hauptsächlich in den östlichen Bundesländern. Dort werden im Schnitt mehr als 150 Euro verschenkt. Sehr penibel sind dahin gegen die Sparer in Bayern und Baden-Württemberg, wenn es um ihre Zulagen geht. Wissenschaftler vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg wurden damit beauftragt, der Frage nachzugehen, welche Sparer sich die Mühe machen, einen Antrag auf Zulagen zu stellen und inwieweit die Bürger konsequent die ihnen zustehenden Möglichkeiten genutzt haben.



Frist für Zulagenantrag beträgt zwei Jahre


Um von der maximalen staatlichen Zulage profitieren zu können, ist es wichtig, einen Antrag auf Zulagen zu stellen und darüber hinaus den notwendigen Eigenbeitrag einzuzahlen. Sofern der notwendige Eigenbeitrag nicht erbracht wird, gibt es eine anteilige Kürzung der staatlichen Zulagen. Viele Sparer schenken der Mindestgrenze keine Beachtung und verzichten damit zusätzlich auf staatliche Zulagen. Wer sich aber gar nicht erst die Mühe macht, einen Antrag zu stellen, verschenkt noch mehr Geld.


Was ist der Dauerzulagenantrag?


Was viele nicht wissen: Die Riester Zulagen können auch noch zwei Jahre nach Ende des jeweiligen Beitragsjahres beantragt werden. Experten geben Riester-Sparen den Tipp, die Möglichkeit des Dauerzulagenantrages zu nutzen. Mit einem solchen Antrag kann man sicher sein, die staatlichen Zulagen nicht zu versäumen. Denn das Besondere am Dauerzulagenantrag ist, dass dieser nur einmalig gestellt werden muss. Der Anspruch auf die staatlichen Zulagen wird dann fristgerecht und automatisch eingereicht.


Ein solcher Dauerzulagenantrag ist gerade für junge Sparer sehr wichtig. Denn wenn man sich die lange Laufzeit der Verträge und die Auswirkungen des Zinseszinseffektes betrachtet, dann hat ein solches Versäumnis deutliche Konsequenzen auf die zukünftige private Zusatzrente. Für 2008 läuft die Frist für einen Zulagenantrag Ende dieses Jahres aus.



Dauerzulagenantrag bei Anbieter stellen


Der Dauerzulagenantrag wird von dem Unternehmen zur Verfügung gestellt, welches den Riester-Vertrag des Kunden führt. In einem solchen Antrag werden neben den persönlichen Daten auch die Sozialversicherungsnummer sowie die Tatsache, ob Kinder vorhanden sind, für welche man die Kinderzulage erhalten möchte, vermerkt. Mit der Erstellung eines Dauerzulagenantrags wird der Riester-Anbieter dazu ermächtigt, die jährliche Riesterzulage bei der zuständigen Riesterzulagenstelle zu beantragen. Dort hat man dann alle wichtigen Daten, um zu überprüfen, ob der Kunde die Voraussetzungen für die staatliche Zulage erfüllt.


Wenn die Bedingungen erfüllt sind, wird die staatliche Zulage automatisch auf den Riester-Vertrag des Kunden gutgeschrieben. Einen solchen Dauerzulagenantrag kann man auch direkt stellen, wenn man einen Riester-Vertrag abschließt. Doch auch diejenigen, welche einen solchen Zulagenantrag auf Dauer erstellt haben, sollten daran denken, mindestens vier Prozent ihres sozialversicherungspflichtigen Einkommens in den Riester-Vertrag einzubezahlen. Denn nur dann bekommt man die maximale Förderung vom Staat.


Mehr zum Thema:
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