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Bundesbürger arbeiten immer länger bis Sie in Rente gehen
Sonntag, 19. September 2010

Aktuelle Altersstudie: Renteneintrittsalter steigt weiter an

Die deutsche Bundesregierung hat eine Studie in Auftrag gegeben, bei welcher ermittelt werden sollte, wie es mit dem Renteneintrittsalter der Deutschen aussieht. Diese aktuelle Altersstudie, für welche 8.200 Personen im Alter zwischen 40 und 97 Jahren befragt wurden, belegt nun, dass die Bürger in Deutschland immer länger arbeiten und somit das Renteneintrittsalter weiter ansteigt.

In den vergangenen Jahren ist das Renteneintrittsalter im Durchschnitt um 12 Monate gestiegen. Dies bedeutet, dass Deutsche mit durchschnittlich 63 Jahren in Rente gehen. Es ist aber nicht nur das Renteneintrittsalter, welches im Vergleich zu 2002 gestiegen ist. Auch die Angst vor einem sozialen Abstieg im Alter wird immer größer.



Nicht genügend Arbeitsplätze für Generation 60+


Ein großes Problem ist, dass es gerade dann, wenn die Rente mit 67 Jahren durchgesetzt werden soll, nicht genug Arbeitsmöglichkeiten für Menschen über 60 Jahren gibt. Dies ist aber notwendig, wenn das Ziel, das Renteneintrittsalter weiter zu erhöhen, tatsächlich erreicht werden soll. Für aussagekräftige Werte und Zahlen der Studie werden seit 1996 im Auftrag des Bundesfamilienministeriums die Lebensumstände von Menschen zwischen 40 und 85 Jahren untersucht.




Altersteilzeit als Brücke in den Ruhestand

Mittlerweile befindet sich der Anteil der Bürger, die auch nach ihrem sechzigsten Geburtstag noch arbeiten gehen, bei 33 Prozent. Doch eine Veränderung fand nicht nur dahingehend statt, dass die Menschen immer länger arbeiten, sondern für viele scheint auch die Altersteilzeit als Brücke in den Ruhestand immer interessanter zu sein. Im Jahr 2008 wollte immerhin jeder Zehnte im Alter zwischen 55 und 59 und jeder Vierte zwischen 60 und 64 die Altersteilzeit nutzen.




Ziemlich groß ist der Unterschied aber hinsichtlich der Berufsdauer bei Männern und Frauen. Während es bei den Männern knapp 40 Prozent sind, die auch nach ihrem sechzigsten Geburtstag noch in einer festen Stelle arbeiten, sind es bei den Frauen in Westdeutschland 32 Prozent und in Ostdeutschland nur 25 Prozent. In der vom Bundesfamilienministerium durchgeführten Studie kam auch heraus, dass fast ein Drittel aller Bürger, die sich im Alter zwischen 40 und 85 Jahren befinden, ein großes Bedürfnis haben, sich sozial zu engagieren. Viele wissen aber gar nicht, wie sie dies tun könnten.


Soziale Unterschiede im Alter

In der Studie wurde darüber hinaus auch deutlich, dass es soziale Unterschiede im Alter gibt. So wird die Schere zwischen den Reichen, welche finanziell gut versorgt sind, und den Armen, die sich bereits jetzt große Sorgen um ihre Finanzen im Alter machen, immer größer. Knapp 60 Prozent der älteren Menschen beurteilten ihre finanzielle Lage bei der Studie als gut oder sehr gut. Zeitgleich nimmt die Zahl der Menschen zu, die gravierende Einschnitte im Alter befürchten. Laut Umfragen hat mittlerweile fast jeder Dritte Angst, den Lebensabend in Armut verbringen zu müssen.


Modell zur Familienpflegezeit

Derzeit kümmert sich laut aktueller Studie jeder siebte Arbeitnehmer im Alter zwischen 40 und 65 Jahren um einen familiären Pflegefall. Bundesfamilienministerin Schröder sieht hierin eine große Chance, ihren Gesetzesentwurf über die Familienpflegezeit noch in diesem Jahr vorzulegen. Wenn dieser Antrag bewilligt wird, dann gibt es neue Regelungen bei der Familienpflegezeit. Dieses Modell beinhaltet, dass Arbeitnehmer ihre Angehörigen bei halber Arbeitszeit pflegen und gleichzeitig drei Viertel ihres Gehaltes bekommen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Arbeitnehmer dann wieder voll arbeiten gehen, bekommen aber für einen ebenso langen Zeitraum wie sie in der Pflege waren nur drei Viertel ihres Lohns.




Kritik für dieses Modell gibt es von der Deutschen Hospiz Stiftung. Hier ist man der Meinung, dass obiges nicht ausreicht und der Traum, dass sich nur Angehörige und Freiwillige für die Pflege von Familienmitgliedern finden lassen, nicht wahr werden kann. So sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch, dass bereits heute ein Großteil der Betroffenen nicht von den berufstätigen Kindern gepflegt wird. Vielmehr seien es die ähnlich alten Partner, welche die Pflege zuhause übernehmen. Gleichzeitig warnte Annelie Buntebach vom Deutschen Gewerkschaftsbund davor, die Pflegeprobleme durch die unbezahlte Arbeit von Senioren zu lösen.


Mehr Informationen:
Versicherungen senken wahrscheinlich die Zinsen
Vorsorgeatlas: Sehen Sie wo es in Deutschland am meisten Rente gibt





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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 20. Mai 2011 )
 
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