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Private Altersvorsorge: Investmentfonds und Versicherer warnen vor hohen Kosten für Kunden
Mittwoch, 1. Februar 2012

Private Altersvorsorge: Investmentfonds und Versicherer warnen vor hohen Kosten für Kunden


Derzeit wird in der Politik heftig über eine Finanztransaktionssteuer debattiert. Sofern es tatsächlich zu einem entsprechenden Beschluss kommt, könnte dies höhere Kosten bei der privaten Altersvorsorge bedeuten. So warnen Investmentfonds und Versicherer Kunden schon jetzt vor steigenden Kosten. Besonders stark von der Finanztransaktionssteuer betroffen wäre die private Altersvorsorge. Wer sich für das Modell der Riester-Rente entscheidet, könnte Mehrkosten von 14.000 € haben.



Finanztransaktionssteuer würde Altersvorsorge in Deutschland beeinflussen


Unumstritten ist, dass eine entsprechende Finanztransaktionssteuer den Markt für Altersvorsorge in ganz Deutschland sehr stark verändern würde. So könnten für den typischen Riestersparer Kosten entstehen, die bei knapp 14.000 € liegen, sofern sich die Politik für die Transaktionssteuer in Höhe von 0,1 % auf Transaktionen mit Aktien und von 0,01 % auf Geschäfte mit Derivaten einigen würde. Laut Berechnungen der beiden führenden Anbieter von staatlich geförderten Riesterfonds, Union Investment und DWS, könnte dies sehr verheerende Auswirkungen für die private Altersvorsorge haben.

Versicherungswirtschaft warnt vor Transaktionssteuer und deren Auswirkungen


Doch nicht nur die beiden Marktführer warnen vor dem neuen Modell.
Die komplette Versicherungswirtschaft warnt davor, eine Steuer auf alle Finanztransaktionen einzuführen und verweist vor allem auf den Alleingang des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, der am Sonntagabend die Einführung der Transaktionssteuer angekündigt hat. Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Versichererverbandes GDV, ist der Meinung, "Es wäre kontraproduktiv, die private Altersvorsorge zu belasten und unattraktiver zu machen".





Altersvorsorgeprodukte sollen von Finanztransaktionssteuer ausgenommen werden


Da die Transaktionssteuer nicht nur die Versicherungswirtschaft betrifft, spricht sich die Investmentfondsbranche noch stärker gegen eine solche Regelung aus. Denn während Versicherer ihre Portfolios seltener umschichten als Investmentfonds und ihre Papiere oftmals bis zur Fälligkeit halten, sind sie weitaus weniger von der neuen Steuer betroffen. Fürstenwerth spricht sich gerade in diesem Zusammenhang dafür aus, "Altersvorsorgeprodukte von der Finanztransaktionssteuer" auszunehmen.

DWS warnt: "Die Zeche zahlt dann der Kleinsparer"


Dieser Meinung ist auch die Fondsbranche. Sofern die Steuer auch auf der Ebene des Kundendepots erhoben würde, wäre es der Branche nicht mehr möglich, renditestarke Produkte mit einem hohen Aktienanteil und einem häufigen Umschichtungsbedarf anzubieten, wie die DWS warnt. Frank Breiting, Leiter der privaten Altersvorsorge bei der Fondsgesellschaft ist der Meinung, dass die Zeche dann der Kleinsparer zahlen müsse. Denn die Berechnungen des Konkurrenten Union seien durchaus realistisch. Bei einem Vertrag, der über 40 Jahre läuft, und bei welchem der Kunde jeden Monat 100 € einzahlt und 5 % Zinsen nach Abzug der Kosten erhält, würden durch die Transaktionssteuer Kosten von 14.000 € entstehen.



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