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Private Rentenversicherung
Sonntag, 5. Oktober 2008

Geeignet für Sparer mit Durchhaltevermögen – die private Rentenversicherung

Nicht den Überblick verlieren
Schwer überschaubares Vertragskonstrukt: Die private Rentenversicherung

Eine der beliebtesten Altersvorsorgen in Deutschland ist die private Rentenversicherung. Hierbei handelt es sich prinzipiell um eine Lebensversicherung bei der am Vertragsende keine Einmalsumme ausgezahlt wird, sondern eine lebenslange Rente.






Eine Rentenversicherung bietet den Vorteil, das der Sparer bereits bei Vertragsabschluss schwarz auf weiss sehen kann wie viel Rente er später einmal herausbekommt (garantierte Rente). Bei Neuverträgen muss der Versicherer dem Kunden eine Mindesrente garantieren. Auch für Versicherungen mit Investmentfonds.

Diese Garantie lassen sich Versicherer jedoch teuer bezahlen in Form von hohen Verwaltungs und Bearbeitungkosten. Solche Kosten machen die Stundung oder Kündigung einer Rentenversicherung zu einem kostspieligem Unterfangen. Eine private Rentenversicherung ist daher nur für Personen geeignet, die sicher sind das Sie den Vertrag auch bis zum Ende durchhalten, denn der Ausstieg ist meist sehr teuer oder mit Verlusten verbunden. Insbesondere ältere Sparer sollten Aufgrund der hohen Anfangskosten von einer privaten Rentenversicherung absehen.





Wie eine private Rentenversicherung funktioniert


Man schliesst hierzu einen Vertrag mit einem Versicherungsunternehmen ab und verpflichtet sich damit einen bestimmten Versicherungsbeitrag (meist monatlich) in die Rentenpolice einzuzahlen. Der Versicherungsanbieter legt dieses Geld am Kapitalmarkt an, vermehrt es und gibt dem Sparer dafür eine bestimmte Rendite zurück. Dem Sparer werden derzeit 2,25% Zinsen bei Neuverträgen garantiert. Die Gesamtrendite eine Rentenversicherung ist meist jedoch höher. Arbeitet der Versicherer gut mit dem Geld des Sparers, so bekommt der Sparer die sogenannte Überschussbeteiligung zusätzlich zur garantierten Verzinsung dazu. Die Überschussbeteiligung ist jedoch nicht garantiert und hängt vor allem davon ab wie gut und wie wirtschaftlich der Versicherer mit Geld seiner Kunden arbeitet.




Kostenstruktur einer privaten Rentenversicherung


Bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung werden stattliche Abschlussgebühren (Bearbeitungsgebühren, Provision für den Versicherungsvertreter) fällig. Diese Gebühren werden dem Sparer nicht gesondert in Rechnung gestellt, sondern sie werden für den gesamten Vertrag auf die ersten 5-10 Jahre verteilt und zusammen mit den sparbeiträgen abgezahlt. Daher wird in den ersten Jahren in denen eine Rentenversicherung läuft, ein grosser Teil des Beitrags nur für die Kostendeckung verwendet und nicht dem eigentlichen Rentenkonto gutgeschrieben wird. Hinzu kommen noch jährlich anfallende Verwaltungskosten, die während der gesamten Vertragslaufzeit anfallen. Dies führt gleich zu zwei negativen Auswirkungen für den Kunden.



Zum einen sinkt die Rendite. Denn in den ersten Jahren wird nicht viel aufs Rentenkonto eingezahlt. Gerade die Beiträge in den ersten Jahren der Laufzeit (welche durch Zinseszinsen die meiste Rendite erwirtschaften würden) werden nur teilweise verzinst. Dies schmälert die Rendite.

Zum anderen führt die Verteilung der Kosten über viele Jahre dazu, das die Kündigung einer Rentenversicherung in den ersten Jahren mit hohen finanziellen Verlusten verbunden ist. Denn man zahlt anfänglich erst mal Kosten ab. Will man in dieser Zeit aus dem Vertrag aussteigen, ist kaum Geld vorhanden das man wieder ausbezahlt bekommt (obwohl man ständig Beiträge eingezahlt hat). Erst nach vielen Jahren Laufzeit hat sich ein Guthaben aufgebaut, welches den Vertragsaustieg ohne Verluste möglich macht.




Wie kostengünstig das Versicherungsunternehmen arbeitet kann man direkt an der Höhe der garantierten privaten Rente absehen. Denn hohe Kosten drücken die Rendite enorm, was sich direkt auf die höher der Privatrente niederschlägt. Je höher die garantierte Rente (ohne Überschussbeteiligung) ist, umso so wirtschaftlicher arbeitet der Versicherer. Aber nicht nur die Kosten sind entscheidend dafür, ob man einen guten Vertrag erwischt hat. Der Anlageerfolg des Versicherers ist der zweite entscheidende Faktor für die Rendite einer Rentenversicherung.




Rendite und Versicherungsbedingungen


Wie oben beschrieben ist die Rendite stark davon abhängig davon, wie kostengünstig der Versicherer arbeitet. Je weniger Kosten anfallen umso mehr bleibt dem Kunden vom Garantiezins (2,25%). Aber fast genauso entscheidend für die Rendite ist, wie gut der Versicherer das Geld seiner Kunden anlegt. Hat das Versicherungsunternehmen viel Erfolg mit seiner Anlagestrategie können sich die Kunden über hohe Überschussbeteiligungen freuen. Das heisst: Ist der Anlageerfolg des Versicherers gross, wartet in der Rentenphase des Vertrages auf den Sparer eine höhere Rente.

Versicherer die in diesem Kriterium gut abschneiden, können die garantierte Rente durchaus noch mal um 10-40% aufstocken. Hierbei handelt es sich dann um die prognostizierte Rente (garantierte Rente + Überschussanteile). Diese Werte sind jedoch mit Vorsicht zu geniesen, denn es wird davon ausgegangen das der Versicherer in Zukunft genauso gut arbeitet wie in der Vergangenheit. Ob dies auch wirklich Eintritt kann niemand Vorraussagen.



Möglichst hohe private Rente
Die Höhe der privaten Rente ist abhängig davon wie kostengünstig ein Versicherer arbeitet und wie gut er das Geld seiner Kunden am Kapitalmarkt anlegt.

Dazu macht der Versicherer zwei Angaben: Garantierte Rente und prognostizierte Rente.

Die erste Wert sagt am meisten aus. Denn er ist direkt an die Kosten gekoppelt. Je günstiger eine Rentenversicherung ist, umso höher fällt die garantierte Rente aus.

Der zweite Wert ist eine Hochrechung und unterstellt einen bestimmten Zinssatz durch erwirtschaftete Überschüsse. Dies allerdings ohne Garantie. Es kann in der Realität also durchaus weniger Rente rauskommen als prognostiziert wurde. Gute Anbieter schafften in der Vergangenheit hier 5-6% Zusatzrendite. Das Augenmerk sollte deshalb der garantierten Rente gelten. Denn es nützt nichts wenn ein Versicherer hohe Überschüsse prognostiziert, diese dann aber durch hohe Kosten wieder aufgefressen werden. Ist die garantierte Rente hoch, so ist dies ein Zeichen dafür das der Anbieter günstig arbeitet.


Versicherer müssen Rente garantieren und dem Kunden anzeigen


Ab Juli 2010 müssen Versicherungsunternehmen den Kunden mehr Sicherheit bieten und eine konkrete Angabe zur Höhe der Rente machen. Das darf der Versicherer entweder indem er direkt einen Geldbetrag als Mindestrente nennt oder dem Kunden einen Rentenfaktor nennt.


Ein Rentenfaktor gibt an, wieviel Rente man pro 100.000 Euro angespartem Deckungskapital bekommt. Hat der Versicherungsvertrag z.B. ein Deckungskapital von 150.000 Euro und der Rentenfaktor beträgt 50, dann bekommt man eine Rente von 750 Euro pro Monat.

Der Versicherer muss dabei Mindestangaben machen. Heisst: Geringer als der ausgewiesene Wert darf die Rente nicht sein. Zwar kann der Versicherer den Renten-Faktor bzw. die Absolutrente nach oben anpassen und später wieder nach unten korrigieren, ein unterschreiten des garantierten Faktors ist aber nicht zulässig. Wichtig: Dies gilt auch für Fondspolicen







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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Mai 2010 )
 

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