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Deutsche haben Angst, dass Krise die Rente frisst - Investitionen fürs Alter gehen trotzdem zurück
Freitag, 21. Oktober 2011

Deutsche haben Angst, dass Krise die Rente frisst - Investitionen fürs Alter gehen trotzdem zurück


Es ist eine Meldung, die viele Experten erschüttern dürfte: Obwohl die deutschen Bundesbürger befürchten, dass die derzeitige Euro-Krise ihre künftige Rente drückt, sehen sie keine Notwendigkeit, die private Vorsorge auszubauen. Eine Studie beweist, dass Investitionen für das Alter deutlich zurückgehen.





Aktuelle Umfrage macht Angst vor Rentenalter deutlich


In Anbetracht der europäischen Schuldenkrise wächst bei den Deutschen die Sorge vor Armut im Alter. Eine aktuelle Umfrage der Postbank in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) zeigt, dass bereits jeder fünfte Berufstätige ab 50 Jahren Angst hat, seinen Lebensunterhalt im Alter nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreiten zu können. Ebenso erschreckend ist, dass insgesamt nur etwa ein Drittel aller Befragten seine aktuelle Vorsorgesituation als ausreichend empfindet.


Verunsicherung durch Staatsschulden und Schuldenkrisen europäischer Länder


Für die Umfrage "Altersvorsorge in Deutschland" wurden 1771 deutsche Bundesbürger befragt. Und die Ergebnisse beweisen, dass die Verunsicherung durch ausufernde Staatsschulden sowie drohende Pleiten europäischer Länder gefördert wird. Als Hauptgrund für das Problem der Altersvorsorge sieht jeder zweite Befragte die Schulden- und Euro-Krise. 30 % aller Befragten fürchten, dass Transferzahlungen an europäische Mitgliedstaaten zulasten der Deutschen Rentenkasse gehen werden.


Vorsorgemaßnahmen so gering wie lange nicht mehr


Man sollte meinen, dass diese geschürte Angst dafür sorgt, dass jeder Bundesbürger das Thema Altersvorsorge ernster nimmt und private Vorsorgemaßnahmen betreibt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Die Studie beweist, dass zwar jeder dritte Deutsche darüber nachdenkt, ob er mehr privat vorsorgen müsste. Allerdings ist der Anteil derjenigen, die sich dann tatsächlich für private Altersvorsorge entscheiden, äußerst gering und im Vergleich zu den letzten Jahren sogar rückläufig. Laut Studienergebnissen wollen von den jungen Berufstätigen (bis 29 Jahre) nur noch etwa 50 % mehr Geld für die Rente zurücklegen. Im vergangenen Jahr waren es noch 59 %. Außerdem ist der durchschnittliche Betrag, den diejenigen, die private Altersvorsorgemaßnahmen betreiben und tatsächlich investieren, im Vergleich zum Jahr 2010 um 6 % gesunken und liegt derzeit bei 188 € im Monat.






Bürger scheuen Vorsorgemaßnahmen wegen Inflationsangst


Experten wissen, warum das so ist. Sie sehen als Grund für die schrumpfende Bereitschaft, Geld fürs Alter zurückzulegen, die Furcht vor Inflation. Denn die Befragung fördert auch zutage, dass jeder dritte Deutsche Angst davor hat, dass die Geldentwertung seine eigenen Ersparnisse entwertet. Auch ein nachlassendes Vertrauen in die bekannten Anlageformen führt zu Verunsicherung. Demnach hat jeder dritte der Befragten Zweifel an der Sicherheit seiner privaten Altersvorsorge. 43 % fragen sich sogar, welche private Altersvorsorgemaßnahmen überhaupt sinnvoll sind. Besonders schlecht schneidet dabei die staatlich geförderte Riester-Rente ab: Lediglich 21 % der Studienteilnehmer sind der Meinung, dass die Riester-Rente als "besonders sicher" einzustufen ist.


Immobilien werden als sicherster Altersvorsorge angesehen


Derzeit setzen die meisten bei Altersvorsorge auf eine eigene Immobilie. Insbesondere in Anbetracht der derzeitigen Schuldenkrise und der Angst vor Inflation haben die eigenen vier Wände für 71 % der Befragten deutlich an Attraktivität gewonnen. So plant jeder Dritte, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies knapp 50 % mehr.


Auch Gold gewinnt an Attraktivität


Eine weitere attraktive Maßnahme für die Altersvorsorge ist für die deutschen Sparer Gold. Da der Goldpreis zeitweise fast 1400 € je Feinunze erreicht hat, ist das Interesse der Bevölkerung an dem gelben Edelmetall sprunghaft gestiegen. Mittlerweile plant jeder achte Berufstätige, mit Gold für das Alter vorzusorgen. Und immerhin vier von zehn Deutschen sind der Meinung, dass Goldmünzen und Goldbarren eine besonders sichere Anlageform sind.





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