DIA Studie: Finanzkrise reduziert das Vertrauen der Kunden in Vorsorgeprodukte und gesetzliche Rente
Egal welchen Bereich der Altersvorsorge man durchleuchtet. Das Vertrauen der Verbraucher in die verschiedenen Produkte zur Altersvorsorge ist in allen Segmenten geschrumpft. Dies ergab die nun zum vierten mal erstellte Studie DIA-Deutschland-Trend-Vorsorge des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. Die Bereitschaft vorzusorgen nimmt in der Bevölkerung aber trotzdem zu. Jedoch gibt es auch heftige Kritik an dieser Studie.
Die durch die Deutsche-Bank-Gruppe erstellte Studie, kombiniert die Ergebnisse aus monatlich, repräsentativ durchgeführten Befragungen des DIA, sowie einer Analyse von anderen frei verfügbaren Umfragen fremder Anbieter (überwiegend von Banken oder Versicherungen in Auftrag gegeben).
Um die gesetzliche Rente machten sich im April 2009 rund 56 Prozent der Bürger sorgen.
Bei der Altersvorsorge ist der Trend gleich: 27% Prozent der Befragten, gaben an das Sie das Gefühl haben, das Ihre Altersvorsorge an Wert verloren hat durch die Wirtschaftskrise (Im April machten sich 34% Sorgen um die private Altersvorsorge und 17% um die betriebliche Altersversorgung) .
Der Anteil an Menschen, die sich um Ihre Altersversorgung im privaten Bereich Sorgen machen stieg damit deutlich an.
Ebenfalls 27% schieben den Abschluss eines Vorsorgevertrages Aufgrund der Krise etwas auf und warten mit der Unterzeichnung.
Im Vergleich zu den vorherigen Studien des DIA, ist unter den Befragten trotz der Krisen-Sorgen keine Änderung der Grundeinstellung zum Thema private Vorsorge zu bemerken. Der Anteil an Befragten, die nur unzureichend vorgesorgt haben und daran auch nichts ändern möchten, bleibt mit 41% gleich.
Ergebnisse der Studie werden Kritisiert
Jedoch sind diese Zahlen mit Vorsicht zu geniesen. Die deutsche Rentenversicherung, höchtes und seriösestes Institut zum Thema Rente, übte in einer Pressemitteilung am 11.05.09 deutliche Kritik an der Studie aus.
Die Methodik der Studie sei fraglich. Das DIA kombiniert hier verschiedene Studien mit verschiedenen Erhebungspunkten, Zielgruppen und Methoden miteinander und strickt daraus ein Gesamtergebniss. Dies Erhebungsmethode ist für die Erstellung verlässlicher Trends eigentlich eher ungeeignet.
Zitat: „Die Erhebung des DIA ist für eine kontinuierliche Erhebung und für Aussagen über Trends ungeeignet: weder inhaltlich noch methodisch macht dieses Instrument irgendeinen Sinn. Aussagen zur Altersvorsorge in Deutschland sind damit valide nicht möglich.“
Wichtig für den Einzelnen Bürger: Fokus auf den eigenen Bedarf
Unabhängig davon wo der Trend in der Gesamtbevölkerung hingeht, sollte jeder einzelne den eigenen Bedarf an privater Vorsorge abschätzen und abdecken. Anfangen fürs Alter vorzusorgen muss fast jeder. Nur ein sehr geringer Anteil der deutschen Bevölkerung verfügt über ein so hohen Rentenanspruch an gesetzlicher Rente, das private Altersvorsorge nicht nötig wird.
Aber wie viel private Rente benötigt jeder einzelne?
Aufschluss darüber gibt die Ermittlung der Rentenlücke (auch Versorgungslücke genannt). Diese gibt den monatliche Geldbetrag an, den man im Alter zusätzlich zur gesetzlichen Altersrente braucht um den bisherigen Lebensstandard zu halten.
Die Rechnung ist einfach:
Von den derzeitigen Ausgaben wird die (zu erwartende) gesetzliche Rente abgezogen. Das Ergebnis ist die Versorgungslücke.
Allerdings handelt es sich bei dieser Faustformel nur um einen Richtwert. Denn massgebliche Faktoren, wie z.B. Versteuerung der Altersrente und die Geldentwertung fliessen nicht mit ein.
Jedoch hat man einen ungefähren Anhaltspunkt, wieviel zusätzliche Rente man im Alter benötigt.
Wann man mit Altersvorsorge anfangen sollte
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