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Vorsorge mit Fonds rückläufig | Vorsorge mit Fonds rückläufig |
| Sonntag, 16. August 2009 | |
Einbruch bei den Verkaufszahlen der fondsgebundenen Altersvorsorge
Die klassische Riester Rente mit einer festen Verzinsung erfreut sich einer ungebrochenen Beliebtheit. Im Gegenteil wird hier sogar von Zuwachsraten gesprochen, weil sich vor allem immer mehr jüngere Menschen der Tatsache bewusst werden, dass sie privat vorsorgen müssen, wenn sie sich im Alter ihren gewohnten Lebensstandard erhalten wollen. Bei den fondsgebundenen Riester Renten und förderfähigen Banksparplänen zeigt sie die Entwicklung der Neuabschlüsse ganz anders.
Hier werden zuerst einmal saisonale Schwankungen auffällig. Die höchste Zahl von Neuabschlüssen ist jeweils im vierten Quartal eines Jahres zu verzeichnen. Über die tatsächlichen Ursachen kann man nur spekulieren, aber es ist zu vermuten, dass im zweiten und dritten Quartal das Geld lieber für einen schönen Urlaub angespart wird. Auch dürfte eine Rolle spielen, dass die Herbst- und Weihnachtszeit die Menschen verstärkt zum Nachdenken über das Leben und all seine Ecken und Kanten animiert.
In den letzten drei Monaten des Jahres 2007 erzielte man mit der stolzen Zahl von mehr als 300.000 verkauften fondgebundenen Verträgen zur Altersvorsorge einen absoluten Rekord. Der Vergleichzeitraum des Jahres 2008 ließ die ersten Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise spüren, denn man kam gerade einmal auf die Hälfte der Verkaufszahlen des Vorjahres. Der Abwärtstrend hielt 2009 weiter an. Konnte man im ersten Quartal 2009 noch knapp 60.000 Neuverträge verkaufen, waren es im zweiten Quartal nur noch knapp über 40.000 Stück. An dieser Stelle zeigt sich ganz deutlich das Misstrauen, dass die Menschen den Entwicklungen auf dem Finanzmarkt entgegen bringen. Selbst über mehrere Jahrzehnte gute Renditen auswerfende Fondsgesellschaften mussten herbe Kursverluste einstecken und viele über das XETRA System gehandelte Aktien fuhren mehrere Male Achterbahn. Auch die Nachrichten über Konkurse großer und namhafter Unternehmen verunsichern die Anleger sehr stark. Deshalb verzichtet man lieber auf einen Teil der über die fondgebundenen Rentenverträge erzielbaren Renditen und schaut bei seiner Altersvorsorge auf absolute Sicherheit des eingezahlten Kapitals. Die Rückgänge im Bereich der fondsgebundenen Rentenversicherungen spiegelt nicht die Gesamtlage am Markt wieder, denn insgesamt blieb die Zahl der Neuabschlüsse trotz der Finanzkrise und der damit einhergehenden steigenden Arbeitslosigkeit erstaunlich stabil. Allerdings setzt man doch lieber auf festverzinsliche Anlageformen, bei denen kein Kursrisiko besteht. Dieser Trend spiegelt das insgesamt steigende Risikobewusstsein der Geldanleger wieder. Das hat den Fondsgesellschaften beim Gesamtwert der Einlagen immerhin Verluste von sechzig Prozent gebracht. Dennoch zeigen sich die Experten recht zufrieden mit dem Gesamtvolumen der neu abgeschlossenen Riester Renten, denn angesichts der insgesamt angespannten Lage auf dem Finanzmarkt und auf dem Arbeitsmarkt hatten sie schon deutlich stärker rückläufige Abschlussquoten auf sich zukommen sehen.
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