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Fondgebundene Versicherungen sind wenig krisengeplagt
Mittwoch, 27. Mai 2009

Fondsgebundene Versicherungen weniger krisengeplagt als andere

Die fondsgebundenen Produkte der Versicherungsbranche sind weit weniger von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen als andere Anlageprodukte. Dieses vorläufige Urteil lässt eine Marktanalyse des Unternehmens Towers Perrin zu. Towers Perrin, international als Berater für Management-Fragen tätig, gab dieser Tage zum 15. Mal das „FLV-Update“ heraus, eine Studie über die Entwicklung fondsgebundener Versicherungen unter Berücksichtigung der staatlich geförderten, fondsgebundenen Riesterprodukte und Basisrenten. Das alles beherrschende Thema des „FLV-Update 2008“ waren die Auswirkungen der strauchelnden Weltwirtschaft, die Studie stand ganz im Zeichen der Finanzkrise.


Towers Perrin zufolge
sank im Jahr 2008 das Neuauftragsvolumen des gesamten Marktes für Lebensversicherungen um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Neuauftragsvolumen der fondsgebundenen Versicherungen verzeichnete mit lediglich 3,1 Prozent ein deutlich niedrigeres Minus. Dadurch stieg der Anteil der fondsgebundenen Produkte am gesamten Markt der Lebensversicherungen leicht um 0,4 Prozent, ein Umstand, der das Vertrauen der Anleger in derartige Produkte bestätigt. Die fondsgebundenen Versicherungen haben sich im Jahr 2008 tatsächlich besser entwickelt als der Gesamtmarkt.





Dies ist vor allen den Produkten zu verdanken, bei denen die Anleger laufende Beiträge einzahlen. Hier blieben die Einnahmen mit 1,7 Mrd Euro stabil. Dagegen brach das Geschäft mit fondsgebundenen Versicherungen gegen eine Einmalzahlung ein. Die 2007 erzielten Einnahmen von 2,1 Mrd Euro schrumpften in 2008 um 0,6 Mrd Euro auf 1,5 Mrd Euro. Die Kunden, so scheint es, scheuen sich momentan große Summen anzulegen. Längst geben jedoch nicht alle Produktarten Anlass zur Hoffnung und Freude. Denn die Entwicklung der einzelnen Produkte im vergangenen Jahr muss etwas differenzierter betrachtet werden.


Die privaten fondsgebundenen Rentenversicherungen haben ihren Stand von 2007 nahezu halten können, hier ging das Volumen lediglich um 1,1 Prozent zurück. Als erdrutschartig ist jedoch die Entwicklung der staatlich geförderten, fondsgebundenen Basisrenten zu bezeichnen. Das Volumen dieser so genannten Rürup-Renten schrumpfte in 2008 um 13,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Als echtes Zugpferd hingegen entpuppten sich die fondgebundenen Riester-Produkte. Der Zuwachs des Volumens von 11,1 Prozent spricht eine deutliche Sprache, Riesterrente ist bei den langfristig orientierten Anlegern schwer angesagt.


Künftig setzen die Anleger wohl wieder mehr auf Sicherheit. Zu dieser Prognose veranlasst ein Blick auf die Entwicklung der fondsgebundenen Versicherungen mit Kapitalgarantie gegen Zahlung laufender Beiträge. Diese Produkte konnten ihren Anteil am gesamten Versicherungsmarkt von 21,3 Prozent im Jahr 2007 auf 39,3 Prozent im Jahr 2008 steigern. Experten rechnen damit, dass im kommenden Jahr künftig vermehrt Produkte mit neuen Formen der Garantie auf den Versicherungsmarkt kommen dürften.


Anlass zu allzu großer Euphorie sollte die Marktanalyse „FLV-Update 2008“ trotz der im Vergleich zum restlichen Versicherungsmarkt positiven Entwicklung jedoch nicht geben. Denn der Vergleich des letzten Quartals in 2008 mit dem des Vorjahres spricht eine deutliche Sprache. Der Neuabsatz fondsgebundener Versicherungsprodukte fiel um fast 30 Prozent geringer aus als im Jahr 2007. Die Talsohle der Wirtschaftskrise dürfte damit für fondsgebundene Lebensversicherer noch nicht erreicht sein. So glauben die Experten von Towers Perrin, dass der Markt für fondsgebundene Versicherungen im Jahr 2009 weiter schrumpfen wird, erst dann werden die Ausmaße der Krise wohl in vollem Umfang sichtbar sein.





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