Altersvorsorge News
Deutsche haben Angst um Ihre Altersvorsorge | Deutsche haben Angst um Ihre Altersvorsorge |
| Montag, 11. Oktober 2010 | |
Studie der Postbank: Private Altersvorsorge befindet sich in der Krise
Eine Studie der Postbank hat herausgefunden, dass viele Deutsche aufgrund der hohen Staatsverschuldung Angst um ihre Altersvorsorge haben. Demnach befürchtet mehr als jeder dritte Berufstätige, dass es Rentenkürzungen geben wird. Jeder Vierte ist sich sicher, dass es Ersparnisverluste dadurch geben wird, dass die Preise stark ansteigen und die private Vorsorge abnimmt. Gerade in Ostdeutschland ist die Besorgnis, wie die Studie der Postbank belegt, groß.
37 Prozent befürchten Rentenkürzung im Alter
Ganze 37 Prozent aller berufstätigen Menschen in Deutschland haben Angst davor, dass der Staat durch die stark gestiegene Verschuldung dazu gezwungen ist, die Rente im Alter zu kürzen. Außerdem sind sich 28 Prozent sicher, dass die hohe Staatsverschuldung und die damit stark steigenden Preise dafür sorgen, dass eigene Ersparnisse zur Altersvorsorge nicht mehr den gleichen Wert haben.
Erschreckende Ergebnisse in Studie "Altersvorsorge in Deutschland 2010/2011
Bei der repräsentativen Studie "Altersvorsorge in Deutschland 2010/2011 gibt es noch weitere erschreckende Ergebnisse. Demnach legen weitaus weniger Berufstätige Geld für ihre Altersvorsorge an, als dies noch vor einem Jahr der Fall war. Gleichzeitig steigt die Angst, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, seinen bisherigen Lebensstandard auch während der Rente erhalten zu können. Vergleicht man Ostdeutschland mit Westdeutschland, dann sieht es in den neuen Bundesländern noch düsterer aus. Denn vor allem hier kürzen oder kündigen Berufstätige im Alter von 16 bis 29 Jahren Vorsorgeverträge. Postbank-Vorstand Dr. Michael Meyer ist der Meinung "Die Gefahr einer langfristigen und kaum mehr korrigierbaren Krise der Altersvorsorge in Deutschland ist nach wie vor absehbar".
Wohneigentum und gesetzliche Rente gelten während Krise als sicher
Als ideale Form der Alterssicherung wird gerade in Krisenzeiten sowohl die gesetzliche Rentenversicherung als auch Wohneigentum angesehen. Eher weniger Zuspruch gibt es laut Ergebnissen der Studie bei der privaten Lebensversicherung, den Rentenversicherungen sowie bei der Riester-Rente. So ist auch Jochen Hansen vom Institut für Demoskopie Allensbach sicher, dass im Moment bei Riester "die Luft raus sei".
Kluft zwischen Ost und West wird größer
In Krisenzeiten wird laut der Studie die Kluft zwischen Ost und West noch größer. Umfrageergebnisse zeigen, dass die Entwicklung der Altersvorsorge gerade in den neuen Bundesländern dramatisch ist. Denn hier senken Berufstätige ihre privaten Vorsorgeaufwendungen drastisch. Vergleicht man das Bemühen einer privaten Altersvorsorge von 2009 mit dem Ergebnis der aktuellen Umfrage, dann muss festgestellt werden, dass die privaten Vorsorgeaufwendungen um rund 25 Prozent gesenkt wurden. Während bislang 163 Euro im Monat für die private Altersvorsorge aufgewendet wurden, sind es jetzt nur noch 123 Euro monatlich.
Ganz anders sieht es dahingegen in den alten Bundesländern aus. Zwar ist auch dort die Bereitschaft, private Vorsorgemaßnahmen zu treffen, gesunken, doch weitaus weniger erschreckend als in Ostdeutschland. Hier kam es lediglich zu einer monatlichen Reduzierung um fünf Euro. Arbeitnehmer sparen in den alten Bundesländern im Durchschnitt monatlich 215 Euro. Damit wird noch einmal deutlich, dass die Schere zwischen Ost und West immer weiter geöffnet wird. Riester-Rente für viele unattraktiv
Waren es 2007 noch 31 Prozent, die die Riester-Rente als ideale Form der Alterssicherung ansahen, ist die Zahl bereits 2009 auf 28 Prozent und in der aktuellen Umfrage nochmals auf 23 Prozent abgesunken. Für Meyer ist dies ein sehr beunruhigendes Zeichen, denn die Riester-Rente verliert gerade dort stark an Bedeutung und Ansehen, wo sie eigentlich den meisten Sinn macht. Wohneigentum als Rettungsanker
Meyer entwirft 5-Punkte-Katalog
Meyer ist der Meinung, dass die Ergebnisse der Studie gezielt genutzt werden sollten. Deswegen hat er einen 5-Punkte-Katalog entwickelt, in welchem er anführt, wie man einzelne Probleme lösen könnte.
So müssen unter anderem die Vorsorgeangebote attraktiver werden - sowohl im Bereich der Riesterförderung als auch bei der betrieblichen Altersvorsorge. Weiterhin ist Meyer davon überzeugt, dass das Thema Vorsorgeplanung in allen Berufsschulen und weiterführenden Schulen als Unterrichtsfach eingeführt werden sollte. Des Weiteren sollte in politischen Diskussionen keine Panik vor den Folgen fehlender Vorsorge gemacht werden. Als ebenso wichtig erachtet Meyer, mit dem Eigenheim eine Vorsorgeform für das Alter zu schaffen. Und auch die immer größer werdende Kluft zwischen Ost und West sollte bei der Altersvorsorge ausgeräumt werden.
Mehr Newsmeldungen und Studienergebnisse:
Lesezeichen setzen
Als Email versenden
Hits: 899 Kommentare (0)
![]() Kommentar schreiben
|
|
| Letzte Aktualisierung ( Freitag, 20. Mai 2011 ) |
| < zurück | weiter > |
|---|
| Altersvorsorge News |