Studie der Dresdner Bank zeigt alarmierende Entwicklung
Wohl jedem Menschen in der Bundesrepublik dürfte heute klar sein, dass er etwas für seine private Altersvorsorge tun muss. Der Vorsorgeatlas Deutschland hatte diesen Fakt erst vor wenigen Wochen sehr deutlich aufgezeigt. Dass die private Vorsorge vor allem für jüngere Menschen täglich einen höheren Stellenwert einnimmt, beweisen auch die neusten Forschungen der Mediziner. Man geht nach aktuellen Erkenntnissen davon aus, dass jedes zweite nach 2000 geborene Baby ein Lebensalter von hundert Jahren und mehr erreichen kann. Das dürfte dem ohnehin schon schwer angeschlagenen staatlichen Rentensystem einen schweren Schlag versetzen, wenn nicht gar den Todesstoß verpassen.
Die ganz jungen Menschen scheinen das auch begriffen zu haben, denn diejenigen, die gerade erst einmal ein paar Jahre volljährig sind, gaben in den Umfragen zu fast drei Vierteln an, die Vorsorge für das Alter hinter den Konsum zurück zu stellen. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel und kurioserweise sind das genau die Gruppen, die es sich eigentlich gar nicht leisten könnten, auf die private Altersvorsorge zu verzichten, weil sie durch den Bezug von sozialen Leistungen keine oder nur sehr geringe Ansprüche auf den Bezug von Leistungen aus der gesetzlichen Altersvorsorge erwerben können.
Auch die ältere Generation scheint sich lieber darauf verlassen zu wollen, dass ihr Lebensunterhalt im Alter durch bereits erarbeitete Rentenansprüche oder die Grundversorgung völlig ausreichend sei. Zwei Drittel von ihnen geben bei aktuellen Befragungen an, ihr Einkommen lieber in den Konsum zu stecken als in eine zusätzliche Altersvorsorge investieren zu wollen. Diesem Ergebnis steht aber entgegen, dass mehr als siebzig Prozent der Befragten angeben, etwas für das Alter auf der hohen Kante liegen zu haben. Die Hälfte der Befürworter der Altersvorsorge arbeitet aber nur mit sehr kleinen Sparbeiträgen, nur ein Viertel von ihnen ist bereit, monatlich hundert Euro und mehr für in einer Police zur Altersvorsorge zurück zu legen. Woher kommt dieser Widerspruch?
Eine wichtige Ursache dafür hat die Finanzkrise gelegt. Viele Menschen misstrauen sowohl den Banken als auch den Versicherungen. Kein Wunder, denn allein die 40.000 Anleger bei der Lehmann Brothers Bank haben mehr als eine Milliarde Euro verloren. Auch zeigen viele Menschen im Moment eine starke Skepsis gegenüber den fondsgebundenen Produkten zur Altersvorsorge. Hier haben die Talfahrten der Aktien im Verlaufe der letzten zwölf Monate ihr Quäntchen beigetragen.
In vielen Haushalten fehlen auch einfach die notwendigen regelmäßigen Einnahmen, von denen man einen Vorsorgebeitrag abzwacken könnte. Trotz Vollarbeit verdienen viele Menschen nur so wenig, dass sie knapp über dem Hartz IV Satz liegen und es gibt nicht wenige Familien, die zusätzlich Sozialleistungen beantragen müssen, obwohl beide Elternteile einer Arbeit nachgehen. Der durch die Wirtschaftskrise entstandene Wettbewerbsdruck auf die Unternehmen hat diese Situation noch einmal zusätzlich verschärft.
Einige größere Unternehmen haben Kündigungen ausgesprochen und ihren Mitarbeitern neue Arbeitsverträge mit einem niedrigeren Lohn angeboten. Aus Angst, den Arbeitsplatz ganz verlieren zu können, haben viele Betroffene zugegriffen, anstatt sich gegen solche unsauberen Praktiken zur Wehr zu setzen. Bei ihnen ist eine dramatische Versorgungslücke im Alter vorprogrammiert, da durch die niedrigen Löhne auch nur niedrige Ansprüche aus der gesetzlichen Rente erworben werden können.
Evt. interessiert Sie auch eine dieser Studien::
An welchem Wohnort man wieviel Rente bekommt
Verbaucher verlieren Vertrauen in Geldanlage und Rente
Sparen für die Vorsorge bleibt trotz Wirtschaftskrise beliebt
|